historisch
Wurzeln
1837. Die Jahreszahl, die auf dem Sandsteinbrunnentrog vor dem Schlosshof noch zu entziffern ist. Aber die Geschichte des Schlosshofs reicht viel weiter zurück.
Der Schlosshof war der zur Ruine Alt Wülflingen gehörende Bauernhof. Die Ruine, deren Turm noch heute stolz auf dem Hügel visavis zu sehen ist, ist Überbleibsel der Burg Alt Wülflingen. Schon seit über 1000 Jahren stand dort eine Burg mit langer, wechselvoller Geschichte.
Da die alte Burg als Wohnsitz nicht mehr taugte, errichtete die Herrschaft 1644 das Schloss Wülflingen im Tal, wobei auch Material von der Burg verwendet wurde. Heute ein gediegenes Restaurant, in dem man vorzüglich speist.
Der Turm wurde noch bis 1764 als Gefängnis genutzt. Dann begann der Zerfall. Auch der zugehörige Gutshof – der alte Schlosshof, damals auf der anderen Seite der Töss – wurde 1834 abgebrochen.
Der Schlosshof, 1834 ennet der Töss abgebrochen, wurde bis 1837 an heutiger Stelle teilweise wieder neu aufgebaut. Seine Geschichte reicht also weit tiefer in die Vergangenheit, als die verwitterte Jahreszahl auf dem Sandsteintrog vermuten liesse.
Alt-Wülflingen vor dem Zerfall
Alt-Wülflingen. 1983 saniert und über den Hocheingang und eine Innentreppe wieder zugänglich gemacht. Ein neues Schutzdach wurde im 2016 errichtet.
Der Schlosshof um 1800. Am Fuss der Ruine Alt-Wülflingen. Jenseits der Töss am alten Standort.
trouvaillen
Handgemacht
Beim Umbau des Schlosshofes wurde Wert darauf gelegt, historisches so weit möglich zu erhalten.
Beim Umbau sind uns handgeschmiedete Nägel und «Händlisteine» aufgefallen. Der Handabdruck sollte das Gebäude vor Bösem schützen. Andere Deutungen sehen darin ein individuelles, unverfälschteres Zeichen für den Hersteller – eine Art Unterschrift. Ob nun Aberglaube oder damals übliche Markierung der hergestellten Steine: Erhaltenswert sind Händlisteine so oder so. Der gezeigte Stein wird sichtbar in den Bau integriert. Finden Sie ihn?